Am Samstag, 3. März machen wir uns mit 18 Personen mit der Bahn auf den Weg nach Lenggries, um dort an einer Schneeschuhwanderung mit dem Tourenanbieter Schneekristall teilzunehmen. Seit Wochen fiebern wir diesem Ereignis entgegen. Da wir fast alle Anfänger sind, fragen wir uns, ob wir die Wanderung gut schaffen, ob wir wohl mit den Schneeschuhen klar kommen.
Vor Ort erwarten uns schon unsere beiden Guides, die uns mit dem Sammeltaxi an unseren Startpunkt unterhalb des Sylvensteinsee-Staudamms bringen. Alles ist hervorragend organisiert. Wir sind freudig aufgeregt, gespannt, was heute auf uns zukommt.
Für jeden je ein Paar Schneeschuhe und Wanderstöcke
Am Startpunkt angelangt, erhalten wir unsere gelben Schneeschuhe und für jeden ein Paar Wanderstöcke und laufen, noch ohne Schneeschuhe, den Fahrweg hoch, bis zur Schneegrenze. Selbst wenn im Flachland gar kein oder nur noch wenig Schnee liegt, es dauert nicht lang und wir haben genug Schnee, den wir für unsere Schneeschuhwanderung benötigen. Unterwegs hören von einem der Wanderführer Wissenswertes über den Sylvensteinstausee und über die geologische Entwicklung des Gesteins links und rechts von uns.
Weiter oben am Berg liegt genug Schnee und wir dürfen endlich unsere Schneeschuhe steigen und die ersten Gehversuche machen. Es ist ja doch nicht so schwer und schon marschieren wir den vorgetretenen Schneeschuhwanderpfad los. Toll, die Schneeschuhe halten uns, meistens auf dem Schnee – nur ab und zu sinkt der eine oder andere plötzlich ein, denn der Schnee ist nicht überall gleich verdichtet.
Schneeschuhwandern erlernt sich schnell
Wir machen erste Versuche einen Hang querfeldein hinrunter zu laufen und es kommt zum ersten Sturz! Aber es ist nichts passiert. Der Schnee ist weich, nur etwas nass. Weiter geht es, am Schronbach entlang, manch einer läuft ein wenig quer durch den Schnee und macht frische Spuren in die weiße Landschaft – die Schneeschuhe halten uns ausgezeichnet auf der Schneeoberfläche.
Das Naturerlebnis ist hervorragend und spektakulär. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau, die Bäume strecken ihre blattlosen Äste dem Himmel entgegen.
Die Kunst der Bachüberquerung
Dann machen wir unsere erste Bachüberquerung. Das ist spannend! Unser Guide sucht größere Steine und platziert sie für uns. Nun können wir auf sie steigen, in der Hoffnung, keine nassen Füße zu bekommen. Viele kommen trockenen Fußes durch. Ich allerdings, rutsche vom Stein ab und bekomme nasse Füße. Zum Glück ist es warm. Nur, die Füße sind jetzt ein wenig schwerer.
An einer kleinen Alm machen wir unsere erste Trinkpause. Die Sonne scheint, es ist warm und wir ziehen erst einmal ein bis zwei Bekleidungsschichten aus. Alle Teilnehmer sind fröhlich, das Wetter, die frische Luft und die herrliche Aussicht machen einfach gute Laune. Besser hätte das Wetter wirklich nicht sein können!
Orientierung im Schnee ist gar nicht so einfach
Weiter geht es am Bach entlang, wieder durch den Bach, hoch und runter, bis wir zu einer größeren Schneefläche (im Sommer sicher eine Wiese) kommen. Hier machen wir ein Orientierungsspiel. Einige Freiwillige versuchen mit verbundenen Augen den rund 50 Meter entfernten Wanderstock zu finden. Das ist gar nicht so einfach und alle laufen am Ziel vorbei, die einen mehr, die anderen sind gar nicht so schlecht.
Herausfordernde Bachüberquerung
Wir wandern weiter, kommen an einem tiefen Wasserbecken vorbei, überqueren erneut den Bach, diesmal an einer breiteren Stelle, die für die meisten eine Herausforderung ist und dem einen oder anderen nasse Füße bereitet. Dann geht es bergauf und später an einem teils gefrorenem Wasserfall vorbei, immer höher, bis wir an unseren Rastplatz gelangen.
Verdiente Mittagspause
In der Sonne machen wir glücklich und zufrieden Brotzeit. Unseren Guides macht die Tour ebenfalls großen Spaß und sie verlängern unsere Wanderung netterweise. Dafür dürfen wir durch noch mehr Bäche waten und am Schluss balancieren wir sogar mit unseren Schneeschuhen über einen Baumstamm, um ans andere Bachufer zu gelangen.
18 glückliche Schneeschuhwanderer
Nach gut vier Stunden sind wir am Ziel zurück. 18 strahlende Teilnehmer, denen es allen sehr gut gefallen hat und viele eine weitere Schneeschuhwanderung im nächsten Winter anstreben. Danke, liebe Guides für diesen wunderschönen Tag. Wir kommen bestimmt wieder!
Weitere Fotos gibt es in der Gallerie.
Fotos: Franz Richter und Heinke Rauscher